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WAS BRINGT DAS? WIE GEHT DAS?

Was bringt Lungensport?

Wünschenswert wäre es, wenn jeder chronisch kranke Atemwegspatient selbst aktiv würde und das für sie oder ihn richtige Training in Angriff nähme. Das könnte auch alleine und Zuhause geschehen.
Doch es ist sicher schwierig, einen solchen Entschluss allein in die Tat umzusetzen. Regelmäßiger Lungensport in einer qualifiziert geleiteten Gruppe ist leichter zu realisieren und bringt den Patienten viel für ihre Alltagssituation.
Darüber hinaus machen angemessener Sport und Bewegung in einer Gruppe auch jede Menge Spaß und stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Lungensport hat nichts mit Leistungssport zu tun; Lungensport will niemanden überfordern.

Beim Lungensport sollen:
  • Atem- und Entspannungstechniken vermittelt werden
  • Ausdauer trainiert werden
  • Muskelaufbau gefördert werden
  • Muskelkraft gestärkt werden
  • Koordination der Bewegungsabläufe verbessert werden
  • Dehnungsfähigkeit hergestellt werden
  • Entspannungstechniken vermittelt werden
Die Übungen dazu werden dem Alter und dem Schweregrad der Erkrankungen der Gruppenmitglieder angepasst.

Wie geht Lungensport?

Viele Atemwegserkrankte denken, sie müssten sich dem Sport völlig entziehen – aber im Gegenteil, die Leistungsschwäche, die sie an sich feststellen, geht auf den Bewegungsmangel aus Angst, sich zuviel zuzumuten, zurück. Wenn sie also an einem modifizierten „Training“ teilnehmen, welches auf ihre Krankheit abgestimmt ist, können sie durchaus Verbesserungen in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit feststellen. Vor allem wird das Herz-Kreislauf-System geschult und die Halte- und Stützmuskulatur gekräftigt. Weitere positive Aspekte, die sich im Alltag auswirken, werden hier nur aufzählend genannt.
  • Steigerung der Belastbarkeit und Erhöhung der Leistungsfähigkeit (auf jeder Ebene: psychisch, physisch, kognitiv)
  • Verminderung der Atemnot und Stabilisierung der Erkrankung
  • Verbesserung des Allgemeinzustandes
  • Erhöhung der Lebensqualität
  • Einbindung in eine Gruppe gleichartig Erkrankter und Aufbau neuer Kontakte
  • Freude an der Bewegung und Ermutigung sich in der Freizeit selber sportlich zu betätigen
Um den Sport in einer „Lungenstunde“ nicht immer nur von seinen theoretischen Seiten zu beleuchten, soll im Folgenden eine Einheit exemplarisch vorgestellt werden. Eine Übungseinheit dauert 90 Minuten. Wichtig ist der Aufbau einer Stunde:
Sie gliedert sich in eine Aufwärmphase, eine Gymnastikphase, eine Ausdauerphase, eine Spielphase und eine Entspannungsphase.

Die Aufwärmphase,

die circa 20 Minuten beansprucht, beinhaltet verschiedene Gehformen mit und ohne Gerät, Partnerübungen (in denen die Teilnehmer sich selbst kreativ mit einbringen können), verschiedene spielerische Variationen mit dem Gerät und kleine Gruppenwettkämpfe. Es gibt extra Kleingeräte, wie zum Beispiel ein Sandsäckchen, ein weiches, elastisches Tuch, einen Stab, einen Gymnastikball, ein Schwungtuch etc. Jedes einzelne Gerät hat einen ganz besonderen Aufforderungscharakter.

Die Gymnastikphase

dauert cirka 20 bis 30 Minuten; hier erfolgt ein Muskelaufbau- und Kräftigungstraining. Meistens wird es mit einer Matte als Untergrund ausgeführt. Die verschiedenen Muskelgruppen sollen gekräftigt werden, wie zum Beispiel die Rumpfmuskulatur (Rücken, Bauch, Schultern), die eine bedeutende Rolle für die richtige Atmung spielt. Aber auch Atemgymnastik und Dehnübungen, besonders für die Schultern, sind in dieser Phase von großer Bedeutung.

Die Ausdauerphase

ist so gestaltet, dass die Teilnehmer meist in drei Zeitintervallen (in länger bestehenden Gruppen, die sich „fitter“ fühlen, sind es mehr Zeitintervalle) belastet werden, das heißt eine Minute Laufen oder strammes Gehen, eine Minute Gehpause mit Atemübungen; zwei Minuten Laufen oder strammes Gehen, zwei Minuten Gehpause mit Atemübungen; drei Minuten Laufen oder strammes Gehen, drei Minuten Gehpause mit Atemübungen und Dehnübungen für die beanspruchte Muskulatur. Diese Ausdauerphase muss nicht unbedingt nach diesem Schema ablaufen, sie kann auch Ausdauerspielformen beinhalten, wie zum Beispiel ein Ball-Nachlauf-Spiel. Bei Ausdauer-Spielen merken die Teilnehmer meist die Intensität der Belastung nicht so sehr. Das ist für die Motivation zwischendurch ganz wichtig.

Die Spielphase,

die sich variabel die Zeit mit der Entspannungsphase teilt, beansprucht meist 15 bis 20 Minuten. In dieser Phase soll hauptsächlich der Spaß an der Bewegung vermittelt und der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe gefördert werden, aber auch feinmotorische und kognitive Fähigkeiten werden geschult. Spiele, wie „Ball über die Schnur“ oder „Kegeln“ sind erfahrungsgemäß die Favoriten.

Die Entspannungsphase

ist gekennzeichnet durch gegenseitige Igelball-Massage, Entspannungsübungen oder progressive Muskelentspannung. Sie ist als Ausklang der Stunde für etwa 10 bis 15 Minuten eingeplant.

Mit diesem Beitrag sollen alle ermutigt werden, die sich bis zum jetzigen Zeitpunkt noch unsicher sind, ob sie nun Sport treiben sollen oder lieber nicht. In einer fachlich geleiteten Gruppe, in der auf die speziellen Bedürfnisse der Teilnehmer eingegangen wird und man selber seine Belastungsintensität steuern kann, braucht man auch keine Angst davor zu haben, sich unwohl oder überfordert zu fühlen. Es macht sehr viel Spaß und gleichzeitig tut man – fast nebenbei – etwas für seine Gesundheit. Denn eines ist sicher, die Bewegung wird Ihre Lebensqualität verbessern.

Wer mehr wissen möchte, sollte sich melden bei:

Kontaktbüro
AG Lungensport in Deutschland e.V.
c/o PCM
Wilhelm-Theodor-Römheld-Str. 20
55130 Mainz
Telefon: 06131-9718832
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 18. Mai 2010 um 10:42 Uhr
 

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